Diese Orchideengattung, benannt nach dem ägyptischen Fruchtbarkeitsgott Serapis, lässt sich von anderen Gattungen deutlich abgrenzen. Ihre etwa 26 Arten sind aber zum Teil nur schwer zu unterscheiden, zumal es eine starke Neigung zur Bildung von Hybriden gibt.

Die schmalen Blätter sind dicht geädert. Bei der Blüte bilden die Sepalen mit den oberen Petalen einen spitzen Helm. Auch die Lippe hat eine spitze Form, wobei die abgerundeten Seitenlippen relativ klein sind. Serapias-Orchideen haben keinen Nektar, aber ähnlich wie die Ragwurzarten (Ophrys) eine besonders raffinierte Methode der Bestäubung entwickelt: In der engen Röhre ihrer Blüten ist die Temperatur um ein bis drei Grad höher als die Außentemperatur. Bei kühler Regenwitterung suchen Insekten daher gern die Serapias-Blüten als Schutzraum auf - wie hier bei Serapias lingua zu sehen ist. Als Gegenleistung transportieren sie den Pollen zur nächsten Blüte.