dt: Knabenkraut (Fingerwurz)

Typisch für die Gattung ist die Blütenform mit der ausgeprägten dreiteiligen Lippe. Die beiden seitlichen Petalen schließen sich darüber zu einem Helm zusammen, der oft noch von der mittleren Sepale verstärkt wird. Die Blüte verlängert sich nach hinten zu einem mit Nektar gefüllten Sporn. Der meist länglich gestreckte Blütenstand ist nicht nur von den Einzelblüten, sondern auch von den teilweise längeren Tragblättern gekennzeichnet.

Bei kaum einer anderen Orchideengattung gestaltet sich die Abgrenzung von Arten, Unterarten und Varietäten so schwierig wie bei den Knabenkräutern der Gattung Dactylorhiza. Selbst die DNA-Analyse der einzelnen Arten ergibt nicht immer die von den Botanikern gewünschte Eindeutigkeit: Pflanzen der gleichen Art können an unterschiedlichen Standorten verschiedene Gensequenzen aufweisen. Daher wird vermutet, dass die genetische Entwicklung der Dactylorhiza-Arten noch nicht abgeschlossen ist. Möglicherweise passen sich die Knabenkräuter mit genetischen Veränderungen an den raschen Wandel ihres bedrohten Lebensräums an.

Bei der Bestimmung nach der äußeren Erscheinungsform werden im Allgemeinen drei Hauptgruppen abgegrenzt:

Dactylorhiza majalis
Dactylorhiza maculata
Dactylorhiza incarnata

Je nach Abgrenzung werden der Gattung Dactylorhiza bis zu 58 Arten zugerechnet. Bis 1937 wurden die Dactylorhiza noch zusammen mit Orchis als einheitliche Gattung betrachtet. Der Name bezieht sich auf die Form der Wurzelknollen: dactylo (griechisch) bedeutet "Finger".