dt: Knabenkraut

Der griechische Name der Gattung, der der gesamten Familie der Orchideen ihren Namen gab, bezieht sich auf die Form der paarigen Wurzelknollen (orchis - Hoden). Die Gattung umfasst nach Kretzschmar/Eccarius/Dietrich 21 Arten in Europa - von den Azoren und den Kanarischen Inseln im Westen bis zum Iran im Osten und Nordskandinavien im Norden. Kennzeichnend sind eine einheitliche, rundliche Narbenhöhle und eine längliche Griffelsäule. Im Unterschied zu Dactylorhiza sind hier auch die seitlichen Sepalen oft nach vorn geneigt, einige Arten bilden einen geschlossenen Helm. Der Sporn der Blüten ist nicht mit Nektar gefüllt; manche Arten haben "Scheinnektarblüten" und ziehen Insekten mit Gerüchen oder mit Form und Farbe der Blüten an. Autogamie, also Selbstbefruchtung, ist bei Orchis nicht bekannt. Die grundständigen Blätter treiben bei den im Mittelmeerraum wachsenden Arten schon im Herbst, sonst im Frühjahr aus. Zu den charakteristischen Merkmalen der Gattung, die sie von Dactylorhiza unterscheiden, gehört auch, dass der Blütenstand wie hier bei Orchis italica beim Knospen von einem Blatt eingeschlossen wird.

Kretzschmar/Eccarius/Dietrich (Die Orchideengattungen Anacamptis, Orchis, Neotinea) unterscheiden eine

- Untergattung Orchis mit drei Sektionen:

1) Orchis mit Orchis militaris, Orchis simia, Orchis purpurea und Orchis punctulata

2) Anthropophorae mit Orchis anthropophora

3) Italicae mit Orchis italica sowie eine

- Untergattung Masculae mit vier Sektionen:

1) Masculae mit Orchis mascula und Orchis pauciflora

2) Provinciales mit Orchis provincialis und Orchis pallens

3) Pusillae mit Orchis anatolica, Orchis quadripunctata und Orchis troodii

4) Robustocalcare mit Orchis spitzelii und Orchis patens.