Nigritella

dt: Kohlröschen

Orchideengattung mit etwa zwölf Arten, darunter

. Der Name leitet sich ab aus dem Lateinischen (nigrata: geschwärzt). Einige Botaniker wie Pierre Delforge haben die Gattung zu Gymnadenia gestellt. Andere plädieren mit guten Gründen für die Eigenständigkeit, auch wenn sie die nahe Verwandtschaft anerkennen. Bei diesen beiden Gattungen, so erklärt Horst Kretzschmar (Die Orchideen Deutschlands und angrenzender Länder. Wiebelsheim 2008. S. 11), handle es sich phylogenetisch (stammesgeschichtlich) um Schwestern - "im Sinne einer stabilen Nomenklatur spricht dann nichts gegen eine Beibehaltung getrennter Gattungen."

Die Nigritella-Arten haben besondere Strategien zur Anpassung an ihren Lebensraum im Hochgebirge entwickelt. Dazu gehört auch die Fähigkeit zur "Apomixie" bei Nigritella rubra oder Nigritella bicolor, also die Samenbiildung auf ungeschlechtlichem Wege. Die sich apomiktisch vermehrende Pflanze ist genetisch identisch mit ihrer Ursprungspflanze. Vorteile sind die Unabhängigkeit von Bestäubern und die schnellere Samenreifung. Nachteil ist die Unfähigkeit zu einer weiteren evolutionären Anpassung.

Charakteristisch für den Nigritella-Blütenstand ist die kugelförmige Anordnung. Die ungeteilte Lippe der kleinen Blüten ist nach oben gerichtet - die sonst übliche Resupination bei der Entfaltung der Knospe findet nicht statt. Kennzeichnend für Gymnadenia ist hingegen die dreigeteilte und nach unten gerichtete Lippe.